Arbeiten im Arbeitgebermodell

Querschnittlähmung


Was ist Querschnittlähmung?

Eine Querschnittlähmung entsteht durch eine Verletzung des Rückenmarks, meist bei einem Unfall. Dabei wird die Weiterleitung von Nervenimpulsen zwischen Gehirn und Körper unterbrochen – je nach Höhe der Verletzung sind unterschiedliche Körperbereiche betroffen.

Fokus: Tetraplegie

Bei der Tetraplegie (auch Tetraparese genannt) sind alle vier Gliedmaßen – also Arme und Beine – sowie oft auch der Rumpf und die Hände beeinträchtigt. Ursache ist meist eine Schädigung der Halswirbelsäule.

Ursachen

Typische Ursachen sind:

  • Verkehrsunfälle (z. B. Autounfall mit Überschlag)

  • Stürze (z. B. beim Sport oder aus großer Höhe)

  • Tauchunfälle mit Aufprall auf den Beckenboden

  • Gewalt (z. B. Sturz durch Fremdeinwirkung)

Was passiert im Körper?

Durch die Schädigung im Bereich der Halswirbelsäule ist das Rückenmark so beeinträchtigt, dass Signale vom Gehirn die unteren Körperregionen nicht mehr erreichen. Das betrifft:

  • Bewegung: Arme, Beine, Hände – teilweise oder vollständig gelähmt

  • Gefühl: Temperatur, Berührung, Schmerz werden nicht mehr richtig gespürt

  • Feinmotorik: Schreiben, Greifen oder Halten fällt schwer oder ist unmöglich

Alltag mit Tetraplegie

Menschen mit Tetraplegie sind auf einen Rollstuhl angewiesen. Viele benötigen im Alltag Hilfe – z. B. beim Anziehen, Waschen oder Essen.

Moderne Hilfsmittel wie:

  • elektrische Rollstühle mit Steuerung über Kinn oder Stimme

  • barrierefreie Wohnungen

  • persönliche Assistenz

helfen dabei, trotz Einschränkungen ein selbstbestimmtes Leben zu führen.

Darm und Blase – oft mitbetroffen

Bei einer Tetraplegie funktionieren auch Blase und Darm oft nicht mehr automatisch, weil die Nervensteuerung gestört ist. Das bedeutet:

Blase:

  • Die Kontrolle über das Wasserlassen ist oft verloren

  • Häufig ist ein Dauerkatheter oder ein intermittierender Katheter nötig

  • Gefahr von Infektionen der Harnwege

Darm:

  • Der Darm entleert sich nicht mehr selbstständig

  • Eine Darmmanagement-Routine ist erforderlich (z. B. mit Abführhilfe, fester Zeitplan)

  • Wichtig für Lebensqualität und gesellschaftliche Teilhabe

Emotionaler Umgang und Perspektive

Die Diagnose Tetraplegie verändert das Leben grundlegend. Neben körperlichen Herausforderungen spielt auch die seelische Anpassung eine große Rolle. Viele Betroffene berichten, dass sie mit der Zeit neue Wege finden, ihr Leben aktiv und erfüllt zu gestalten.


„Ich sitze vielleicht im Rollstuhl – aber mein Leben steht nicht still.“

Zusammenfassung in Stichpunkten

  • Tetraplegie = Lähmung von Armen und Beinen durch Rückenmarkverletzung im Halsbereich

  • Ursachen: meist Unfall (z. B. Autounfall, Sturz)

  • Blase und Darm oft betroffen → tägliches Management notwendig

Filmempfehlungen:

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